Plötzlich stehe ich mutterseelen- allein da. Unter diesem kleinen Baum. Der Sturm war schon groß, ich bin gelaufen und nun stehe ich allein da. Ohne Glück bin ich in diesem Gewitter. Gestolpert bin ich und dabei wollte ich doch nur weg und mich unterstellen. Ich wollte, dass es sofort vorbei ist. Dieses Gewitter war so stark und ich hatte Angst, dass ich daran kaputt gehe. Ich war in Panik und affektiert. Dadurch hab ich alles nur noch schlimmer gemacht. Wieder gestolpert bin ich dann. Irgendwie war es schon den ganzen Tag ein bisschen düster gewesen, aber dass es jetzt so schlimm wird hatte ich nicht für möglich gehalten und das wollte ich auch eigentlich nicht. Aber ich konnte nichts machen. Oder hätte ich doch etwas machen können? Ich hätte weg bleiben sollen, dann wäre ich vielleicht sicherer gewesen. Weiter weg vom Gewitter, dass so nicht entstanden wäre. Dann hätte die Sonne geschienen und du wärst auch glücklich gewesen. Du wolltest es aber auch, ich konnte nichts machen! Und dann bin ich in alles hineingestolpert. Regungslos manchmal und schnell laufend, hastend unterwegs. Jeden Weg hast du mir verbaut, überall warst du und hattest mir Steine in den Weg gelegt! Jedes Mal! Und dabei war ich so gut. Ich war schnell, ja, aber ich war auch gut, das musst du zugeben. Ich war für dich da!
Vielleicht gehe ich einfach nach Hause und lasse das hier hinter mir. Das Gewitter und dich. Dann ist es egal, ob ich nass werde oder nicht. Dann werde ich halt gehen und nichts stört mich mehr. Weg bin ich dann, auf dem du eines Tages gehen kannst – mir egal! Ich könnte auch ganz woanders hin und nicht nach Hause. Irgendwas wird sich schon ergeben. Mal sehen wer mir ein Dach über dem Kopf schenkt. Und ein bisschen Milch. Stolz bin ich dann nicht, aber dann bin ich weg von dir. Obwohl ich das eigentlich nicht möchte.
Ich möchte dich an die Hand nehmen und dir sagen, dass es eine Zeit nach dem Gewitter geben wird. Dann gibt es keinen Regen mehr und keinen Sturm. Und dann renne ich auch nicht mehr, du wirst schon sehen. Ich kann dann auf dich aufpassen, glaube mir. Ich kann dann die Sonnen scheinen lassen. Dann ist der Regen nicht vergessen, aber die Sonne trocknet dann alles. Ich kann machen, dass es dir besser geht und dass es uns besser geht. Vielleicht kommt nochmal ein Sturm, aber dann laufen wir zusammen und dann sind wir schneller und besser. Ich halte dich dann fest und du hast keine Angst mehr. Oder nur noch ein bisschen. Dann finden wir einen Unterstand und dann finden wir uns. Wir können das schaffen. Wir sind die Guten. Wir sind top.
Komm wieder zu mir, die Sonne scheint hier schon wieder!
